Interview mit Chris Pfeiffer

Der vierfache Stuntriding-Weltmeister Chris Pfeiffer exklusiv im Gespräch mit Andy Weinzierl!

BMW Motorrad Days 2008, Freestyle-Show mit Chris Pfeiffer  (© BMW AG)
BMW Motorrad Days 2008, Freestyle-Show mit Chris Pfeiffer (© BMW AG)

 

Das Motordröhnen ertönt und ein ganz normaler Arbeitstag für CHRIS PFEIFFER beginnt. Und zwar so richtig: Zum losfahren wird der Lenker seiner BMW F800R in die Luft gerissen und erst einmal auf einem Rad über die Showfläche gefahren. Am Rand stehen heute in Garmisch-Partenkirchen bei den BMW Motorrad Days über Tausend Menschen, die dem vierfachen Stuntriding Weltmeister zujubeln. Gebremst wird sowieso nur in Form eines Stoppies, also nur auf dem Vorderrad. Freihändige Wheelies im Stehen, wildes herumbalancieren während der Fahrt und unzählig viele, atemberaubende Stunts sind Teil der CHRIS PFEIFFER Show. „Das gibt’s doch nicht!“ – So ungefähr kann man bei jedem seiner Auftritte den Gesichtsausdruck der Zuschauer deuten.
Als Highlight seiner Show in Garmisch-Partenkirchen schnappt sich der Profi noch eine BMW K 1600 GT (Sechszylinder), die mehr als 300 Kilogramm auf die Waage bringt und legt damit eine Vorführung hin, die seinesgleichen für immer suchen wird!
Fällt es einigen Besitzern dieses Motorrad-Riesen schwer, es überhaupt festzuhalten, so setzt Chris Pfeiffer schon zum Wheelie an und fährt kurz darauf freihändig und mit verschränkten Armen im Kreis.. Unfassbar!

Trotz des massiven Trubels um seine Person, hat sich der vierfache Weltmeister Chris Pfeiffer die Zeit genommen, sich ausführlich mit dem schnell. jung. seriös. – Redakteur Andy Weinzierl zu unterhalten!

 

Wann hast du denn angefangen, Motorrad zu fahren?

Motorradfahren mit 5 Jahren, Trial fahren mit 10 Jahren und Stuntriding eigentlich erst so richtig mit 30. Ich bin vorher schon Wheelies gefahren, aber auf einem Straßenmotorrad, was ja Stuntriding bedeutet erst mit 30. Ich hab mein Talent spät gefunden, aber ich hab’s wenigstens gefunden. (schmunzelt)

 

Wie alt bist du jetzt eigentlich?

42

 

Du bist jetzt vierfacher Weltmeister. Aber wie nennt man denn eigentlich die Disziplin genau? Freestyle oder Stuntriding?

Der etablierte Name ist Stuntriding. Ich hasse den Namen und wir haben immer wieder probiert, ihn durch Streetbike Freestyle zu ersetzen. Aber wenn die Leute Freestyle hören, denken sie an Rampenspringen.

 

Ich denke eher bei Stuntriding an Rampenspringen…

(lacht)


Du hast früh angefangen, wo hast, bzw übst du jetzt?

Erst im Garten meiner Eltern und sie hatten ein Sägewerk, also relativ viel Platz. Dort ging es schon los mit fahren über Baumstämme mit dem Trial-Motorrad.  Ich hatte gottseidank viel Platz, mich auszutoben.
Und jetzt für’s Stuntriding habe ich das Glück, dass 15 Minuten von meinem Haus ein Motorsportplatz, bzw. Fahrschulplatz ist, auf dem ich täglich trainieren kann.

Wie viele Bikes hast du schon zerstört?

(lacht leicht sarkastisch)
Richtig zerstört, also wirklich in zwei Teile gebrochen, nur eine einzige. Die ist mir mal ausgekommen und in eine Betonwand eingeschlagen. Das war im Londoner Wembley Stadium. Da ist die Gabel wirklich weggebrochen. Ansonsten sind viele Sturzbügel, viele Lenker, viele Hebel verschlissen, aber nur ein Totalschaden.

Aber dafür schon alle Knochen gebrochen?

Ne, 11 an der Zahl, aber viele Kleine. 9 davon aber Offroad und nur 2 auf Asphalt.

Die Mutter von Formel-1 Pilot Nico Rosberg hat mal vor einem Rennen zu ihm gesagt: „Nico, fahr nicht so schnell“. Was sagt deine Mama eigentlich zu deinem Job?

(lacht laut)

Sie ist inzwischen sehr stolz, dass es eine internationale Karriere geworden ist. Aber es gab schon Zeiten, als sie gesagt hat, Trial fahren ist für sie okay, das hat einen pädagogischen Hintergrund schon fast.
Motocross, Stuntriding und so weiter fand sie eigentlich nicht so toll, aber heute ist sieht sie das anders.

Kannst du privat auch wie ein zivilisierter Mensch von der Ampel wegfahren, ohne einen Wheelie zu machen?

Ja, ich fahr ganz ruhig. Zwar flott und zügig, aber ich mache keinerlei Tricks im Straßenverkehr. Für mich ist das reiner Sport und ich übe nur auf abgesperrtem Gelände.

Die Unterschiede zwischen deiner BMW F800R und dem Serienmotorrad?
Ich hab schon den extremen Auspuff, und viele Bügel gesehen.

Genau und eine deutlich kürzere Übersetzung. Ich kann das Standgas für freihändige Tricks fixieren. Eine andere Sitzbank und so weiter. Es sind viele Details, aber der Rahmen, Federelemente, der Motor das ist alles nahezu serienmäßig.

Für 18 Jährige könnte man deine F800R ja auf 34 PS drosseln. Würdest du das empfehlen?

Ich bin die 34 PS Version noch nie gefahren, keine Ahnung wie die dann funktioniert. So größere gedrosselte Motoren verhalten sich manchmal bisschen komisch. Ich weiß nicht, wie gut das BMW hinbekommen hat, ich kenn nur die offene Version mit 87 PS.

Deine Kauf – Empfehlung an 18 Jährige Motorradneulinge?

Ich bin immer ein Fan von kleinen, leichten Motorrädern, weil der Fahrer die volle Kontrolle über sein Fahrzeug haben sollte. Wer mit zu großen Maschinen einsteigt, macht eigentlich etwas falsch und macht sich das Leben schwer.

Dein genereller Tipp an alle Motorradfahrer?

Ich bin der Meinung, dass eigentlich jeder Fahrer nach der Winterpause im Frühjahr erst einmal zu einem Sicherheitstraining gehen sollte oder einfach mal auf einem leeren Parkplatz üben könnte, um wieder Gefühl für den Reifengrip zu bekommen.
Der zweite Tipp ist, dass sich alle mal ihre Bedienelemente anschauen sollten. Ich seh teilweise Fahrer, die ihre Hebel ganz seltsam eingestellt haben oder der Fußbremshebel steht viel zu hoch, bzw, zu tief. Oft sind es einfache Dinge, die die perfekte Bedienung nicht möglich machen.
Ruhig mal auf abgesperrtem Gelände an die Grenzen gehen.

Deine geilste Show bisher?

Schwer zu sagen, ich bin schon in Nigeria und Indien gefahren und sowas bleibt dir wahrscheinlich ein Leben lang im Kopf. Die Leute sind so begeistert und du kannst eigentlich alle Schichten mit dem Sport unterhalten. Von Afrika bis zur Formel 1 fahre ich überall und die Bandbreite macht es eigentlich so spannend.
Eine fällt mir spontan ein, das war bei der Nascar in den USA vor knapp 300.000 Zuschauern. Das sind andere Dimensionen, solche Stadien gibt es in Europa gar nicht.
Es war irgendwie seltsam…du fühlst dich wie eine Ameise und ringsherum nur Leute.

Schon fast unheimlich oder?

Ja, ziemlich krass!
Danke Chris, weiterhin viel Glück und pass auf dich auf , wir wollen deine Tricks ja noch lange bewundern!

Mach ich! (lacht)

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Unter allen Lesern verlosen wir nun 3 originale Autogrammkarten von Chris Pfeiffer, die er während dem Interview signiert hat!

Die Gewinnspielfrage:

Von welchem Hersteller ist Chris Pfeiffer’s Motorrad?

Einfach eine simple E-Mail Adresse mit Name, Adresse und der Lösung an: andy.weinzierl@t-online.de

Die ersten drei richtigen Lösungen bekommen eine Autogrammkarte zugesendet! Viel Glück.

Für mehr Infos und seine nächsten Tourtermine:

www.chrispfeiffer.com

Interview und Text von Andy Weinzierl

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