Tag 7: Nizza – Sanremo

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Der Abend in Nizza war noch legendär!
Zuerst machten wir uns gemeinsam mit unseren zwei weiblichen deutschen Zimmergenossen auf die Socken, um in Nizza feiern zu gehen.

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Nachdem allerdings der Club, der uns empfohlen wurde, komplett leer war (außer dem DJ), suchten wir weiter. Während dem Vorbeigehen an einer Salsabar, fielen mir drei Mädls auf, die diese gerade verließen.
So schüchtern wie ich bin, sprach ich sie natürlich nicht an, ob sie wissen, wo es einen guten Club gibt.
Außerdem war mir das gemütliche Herumsitzen am Strand sowieso lieber.
Doch ein paar Meter später sprachen sie Hannes und mich an.

Die drei waren Fiona aus Irland, Brianna aus Kanada und Saskia aus Deutschland. Wir kamen direkt in lustige Gespräche und ich war erstaunt, dass man mit dem deutschen Schulenglisch alles versteht, was junge Mädls so alles gackern.
Naja letztendlich gingen wir mit der neuen Bekanntschaft an den Strand und erlebten so richtig die junge Szene von Nizza. Mit Bier und Spaß wurde es eine lange Nacht.
Fazit: Ich war um 4 Uhr morgens im Hostel, Hannes etwas früher. Alles andere bleibt in Nizza.

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Jetzt aber zum „richtigen“ Tag 7:
Check Out Zeit war wie gewohnt auch in dieser Herberge um 10 Uhr. Um 09:10 riss ich die Glotzer auf und lag im Hochbett über Hannes. Nach einem schnellen Frühstück packten wir unser Klump auf die Huskys und verließen Nizza gemütlich via Hochstraße, die nochmal herrliche Blicke bot.
Bis Sanremo, unserem heutigen Etappenziel waren es laut Hannes genau 55,2 Kilometer.

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Schon fast verwöhnt passierten wir die wunderbaren Bergstraßen bis wir nach einiger Zeit MONACO erreichten. Doch Halt!
Direkt an der „Grenze“ zu diesem Highlight pfiff mich ein Polizist zur Seite. Oh man, schon wieder was falsch gemacht? (Siehe Tag 5) Doch der Beamte war toleranter und bat mich nur, mir ein T-Shirt anzuziehen, der Sicherheit wegen.
Ob mein Unterhemd mehr schützt wag ich zu bezweifeln, doch nach einer spektakulären Ortseinfahrt (Kreisverkehre im Tunnel) war alles vergessen.
Während wir begleitet von einem weißen Rolls Royce auf den Hafen mit überdimensional großen Yachten zu fuhren, spürten wir förmlich den Reichtum in dieser Stadt.

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Mit jedem Blick, den ich hier herumschweifen ließ, wurde mir klarer, was für ein großer Traum von mir wahr wird. Es dauert nicht lang bis wir ein Tunnel passieren, das Erinnerungen weckt! Ziemlich gleichzeitig lassen Hannes und ich die Motoren aufheulen und riefen uns zu: „Formel 1, Formel 1!“
Es war tatsächlich die legendäre Unterführung des Stadtkurses von Monte Carlo!

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Da ich die Streckenführung aus stundenlanger Playstation Recherche auswendig kann, führte es mich wie magnetisiert zu DER Haarnadel Kurve des Motorsports!

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Und dann hielten wir dort an.
„Dort“ bedeutet, dass wir direkt in der Innenkurve der 90 Grad Wende standen, in der an den Curbs (Rot-Weiße Fahrbahnbegrenzungen) noch die Gummispuren der Formel 1 – Boliden eingebrannt sind.

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Hier rasten und bremsten sie schon alle: Schumacher, Vettel, Alonso und weitere Rennlegenden des Motorsports. Für mich als unhaltbaren Autofanatiker ein Moment, den ich nicht in 100 Jahren vergessen werde.

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Während wir dort standen und mit dem fotografieren überfordert waren, fuhren hier Autos vorbei, die ich sonst nur aus Zeitschriften kenne: Lamborghini Murcielago als Cabrio, Rolls Royce Phantom, ein uralter Aston Martin und ein vollgetunter Porsche Cayenne, den man unter einer viertel Million nicht sein Eigen nennen kann.

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Nachdem wir die Strecke noch fast bis zur Start-/Zielgeraden fuhren, erreichten wir das wohl meist angesagte Hotel in Monte Carlo.
Zentral vor dem Eingang in die Lobby stand eines der teuersten Autos der Welt: Ein Bugatti Veyron mit 1001 PS. Teurer ist nur sein Nachfolger als Cabrio (Um die 2 Millionen €)
Da wirkten die SECHS Ferrari’s um ihn herum fast harmlos. Nicht zu vergessen ein Maserati Quattroporte, Porsche Panamera S und und und..(Weitere Fotos folgen demnächst am Ende des Artikels!)

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Nach dieser Besichtigung heizten wir noch durch Monte Carlo und ich dachte mir, wenn die Reichen Lärm machen, muss ich sie übertönen.
Also riss ich ich das Gas auf, bis die Drehzahlbegrenzung des ersten Gangs aktiv wurde und spürte mit dem flotten Gangwechsel, wie viel Kraft dieses Motorrad eigentlich hat. Unfassbar! So kann man die Menschen auch mit günstigen Gefährten begeistern 😉

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Irgendwann verließen wir aus Gründen des Hungers Monte Carlo und machten uns auf den Weg zur italienischen Grenze.
Das „Italien“ Schild an der Grenze und Hannes seine erhobene Faust bei der Durchfahrt lösten bei mir pure Gänsehaut aus. Wow, das ist das vierte Land dieser Reise und das auf 125ccm Motorrädern!
Sorry für meine Sentimentalität, aber solche Momente bewegen mich einfach. 😉

Vor lauter Begeisterung und Emotionen nutzten wir die folgenden Unterführungen für weitere Soundchecks der Husqvarnas. Vor lauter Beschleunigungswahn wäre es fast wieder passiert:
Mit relativ beeindruckenden Zahlen auf dem digitalen Tacho sah ich in der Ferne ein italienisches Polizeiauto am Straßenrand und kurz davor ein „50“-Schild. Es war fast eine Vollbremsung, doch sie war effektiv und wir wurden nicht erwischt oder kontrolliert..Puh, was ein Glück!

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In der zweiten Stadt nach der Grenze folgt der schönste Teil eines jeden Tages: Das Essen!
Natürlich musste das hier eine Pizza, bzw. eine Lasagne sein.
Yummie, jetzt ist auch mein Schlemmerbauch in Italien angekommen!

Gewöhnungsbedürftig ist dieser Länderwechsel aber tatsächlich, denn in Frankreich hatten die Schilder der Autobahn stets die blaue Farbe wie in Deutschland und die Landstraßen waren grün gekennzeichnet.
Hier in Italien ist es umgekehrt, Autobahnen sind grün und Landstraßen blau!
Klingt einfach, doch wenn man sich wie wir nur an Schildern und dem Meer orientiert, kann das zu Verwirrung führen!

Direkt nach dem Ortseingang von Sanremo entdeckten wir einen Campingplatz. Hier gibt es einen Pool, Meerzugang und wir dürfen unser Zelt direkt am Strand aufbauen.
Hier wollen wir nun endlich zwei Nächte bleiben, um auch mal richtig Urlaub zu machen.

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Nachdem wir heute gesundes Essen einkauften (siehe Bild), regnete es gegen 20 Uhr leider ein wenig.
Doch jetzt um 23 Uhr ist es wieder angenehm und wir lauschen einem italienischen Sänger, der hier heute das Entertainment Programm übernommen hat.
Zum Teil klingt er wie Eros Rammazotti.
Mit dem Blick auf’s wellige Meer werde ich heute im Zelt und Hannes in seinem Biwaksack einschlafen.

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