Tag 5: La Ciotat – St. Raphael

Tag 5: La Ciotat – St. Raphael

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Nach dem Mittagessen bei Toulon, fanden wir irgendwann die gewünschte Landstraße D559, die direkt an der Küste entlang bis nach St. Tropez führt.
Man kann sich kaum dran gewöhnen, ständig am Meer entlang zu fahren, weil es so unglaublich abgefahren schön ist!
Manchmal hätte ich auch lieber ein weibliches Wesen dabei, als meine schmutzige, wasserfeste Gepäckrolle..
Aber man kann ja nicht alles haben 😉

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Irgendwann war St. Tropez erreicht und während wir Fotos vom Ortsschild machten, ging mir der Sommerhit von DJ Antoine „Welcome to St. Tropez“ nicht aus dem Kopf.

Hier spürt man plötzlich den Reichtum. Ein originaler, filmgetreuer James Bond – Aston Martin blubbert an der Ampel vor sich hin, eine mit Botox zerstörte Dame sitzt neben ihrem Haargel-Lover im Porsche, während ein hellblaues Bentley-Cabrio durch die Straßen von St. Tropez stolziert.

„Sehen und gesehen werden“ – Das und kaum etwas anderes spielt hier eine Rolle.
Ich möchte ja nicht herum posaunen, aber mit einer gewissen Fahrweise und provokanter Gasbedienung sind unsere Husqvarna – Motorräder mehr aufgefallen als 200.000 € schwere Karossen.

Doch nach einer kurzen Rundfahrt, wollten wir uns auf den Weg zum ausgesuchten Campingplatz machen. Dieser liegt kurz nach St. Tropez am Meer.
Doch dann passiert etwas, was noch einmal einen Schatten über den Tag wirft:

Während wir uns durch den Stau aus St. Tropez heraus durchschlängeln, ruft mir vom Straßenrand ein Gendarmerie-Beamter zu. Erst dachte ich aufgrund seiner dämlichen Mütze, dass es ein Bäcker ist, der mir seine Baguettes andrehen will, doch es ist tatsächlich ein französischer Motorrad-Polizist.

Dann wurde mir bewusst, dass ich in dem Moment, als ich an ihm vorbeigefahren bin folgende Verstöße begangen habe:
– Zu schnell gefahren
– Im Stau unter anderem rechts überholt.
– Ohne T-Shirt gefahren
und bestimmt noch ein paar Dinge,
doch dann kam sein Argument, welches mich wirklich zum schmunzeln gebracht hat:
Mein Helm-Verschluss war geöffnet. Ich fragte ihn ob das sein Ernst sei und wie er das aus der Entfernung sehen konnte. Jetzt weiß ich auch, dass die Polizisten hier lieber selber die Fragen stellen…
(Zu meiner Verteidigung muss ich sagen: Durch das ständige Auf- und Absetzen des Helmes, weil wir ständig auf die Landkarte schauen mussten, habe ich es einfach mal vergessen, was natürlich nicht passieren darf!)
Meinen Ausweis will er sehen, aber weder Führerschein noch Fahrzeugpapiere.
Natürlich haben Hannes und ich vereinbart, dass wir im Falle einer Kontrolle beide kein Englisch und Französisch können, damit alles komplizierter wird.
Doch obwohl ich diese Methode erfolgreich angewendet hab, kam ich um die Strafe nicht herum.
Auf meinen verstaubten Spiegel schrieb er mit seinem vertrockneten Finger eine „90“ und rieb danach seine Finger in den Handflächen.
Diesmal sparte ich mir einen weiteren blöden Kommentar, ob er denn diesen Betrag schon in Euro umgerechnet hätte.
Besser so, denn das war ein Mensch, der nur über seine eigenen schlechten Witze lacht und einem generell nicht zuhört, sondern jede Aussage mit einer Frage erwidert.
Ach ja: Von Motorrädern hat er auch keine Ahnung. Denn als er den Herstellernamen in sein Notizbuch reinschreiben möchte, fragt er: „Yamaha?“ (Ich schüttle den Kopf) „Suzuki?“ (Erneut muss ich verneinen). Erst als er am Auspuff die korrekte Marke liest, kommt er drauf.

Naja..irgendwann bezahlte ich, auch wenn so etwas unnötiges schon wehtut.

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Also führte uns die D559 weiter zum gewünschten Campingplatz. Doch als dieser und vier weitere im Umkreis nicht mal mehr Platz für ein kleines Zelt hatten, beschlossen wir, St. Tropez endgültig hinter uns zu lassen und Richtung Cannes weiterzufahren, bis wir einen günstigeren und freien Campingplatz finden.

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Sollte jemand vorhaben, nach Frankreich zu fahren, dann macht euch darauf gefasst, dass ihr im Straßenverkehr viel flinker reagieren müsst, als in Deutschland.
Im Gegensatz zu den Franzosen (oder Italienern) schlafen die deutschen in ihren Autos.
Aber schwimmt man hier erfolgreich mit, so kann man sich schnell fortbewegen.

Da die überteuerten Nudeln von heute Mittag natürlich nicht so toll gesättigt haben, hielten wir bei einem Laden mit dem Schild : „Baguettes 50 Cent“
Hier gab es neben den Baguettes auch Long-Pizzas für 3 Personen.
Wir durften sogar aussuchen, was draufkommen soll. Als er uns irgendeinen verpackten Käse zeigt, fragen wir ihn, was das denn sei. Nach kurzer Überlegung seinerseits, macht er es uns einfach vor: „Määäääähh“.
Ah, Ziegenkäse also! Lustig, wie simpel man Sprachbarrieren umgehen kann.
Das Essen war mal echt lecker und keinesfalls teuer!

Kurz nach St. Raphael tauchte plötzlich wieder direkt am Meer ein großes Campingplatz – Schild auf.
Also checkten wir die Lage und hatten Glück:
Es sind noch viele Zeltplätze frei und wir sollen mal die Plätze ganz oben am Hang anschauen, weil wir da eine tolle Sicht hätten.
Nachdem die Huskys die kräftigen Anstiege locker meisterten, traute ich meinen Augen kaum:
Barrierefreier Meerblick!
Hier dürfen wir zelten? Wahnsinn!
Ich war bisher auf sehr vielen Campingplätzen, aber dieser gehört zu den romantischsten und beeindruckendsten die ich je gesehen hab.

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Da es schon kurz vor 20 Uhr war, fuhren wir noch eben zum Supermarkt um Bier und eine Melone zu kaufen.
Die letzte Abendsonne nutzten wir noch auf Felsen, die in einer Bucht im Meer standen.

Jetzt stoßen wir dann an auf ca. 1500 gefahrene Kilometer und auf eine Reise, die wir noch unseren Enkeln erzählen werden.

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6 Kommentare

  1. peter und liane

     /  9. August 2012

    So ein Trip ist schon geil, der Bericht erinnert mich an meine eigene Urlaubsreise damals mit Winfried an die Cote Azur als ich so 17 war. Leider damals nur mit einem orangenen Golf1……….
    Ach ja, übrigens, ich hab auch schon mal in Italien mit dem Motorrad für falsches Parken an der Stadtmauer von San Gimignano 105.-€ bezahlt!

    Antworten
  2. Andi's Papa

     /  9. August 2012

    Haha, du hast einem Bäcker
    90€ gezahlt?
    Hättest ihm sagen sollen dass nur 1 Baguette willst und keine 90.
    Haha
    War zwar teuer aber das sind genau die Geschichten die man nicht vergisst.
    Ich hätte endlich noch gern ein Bild von Mädchenbekanntschaften.
    Ciao
    Paps

    Antworten
  3. Heli

     /  13. August 2012

    ich hätt Ihn noch gefragt ob du sein T Shirt haben kannst weils es so schön ist

    Antworten
  4. Jack

     /  10. Januar 2013

    Also wir haben nur guteErfahrungen gemacht. Erst waren wir an der orginal Wache und dann sind wir zur neuen Gandarmerie und haben 3 Mopedgandarmen gefragt ob sie uns die gegen zeigen könnten?!naja das Ausehen unserer 1200er hat sie auch beeindruckt 😉 un dann haben unszwei eingeladen auf ihre Rund (ist etwas größer Ausgefallen lol. Was aber wichtig war wir kennen jetzt 4 Plätze in St. Tropez. wo wir gut parken können

    Antworten

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